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Erfahrungsbericht: MicroMacro - Crime City

  • Autorenbild: Sylvie
    Sylvie
  • 16. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Es kommt selten vor, dass ein Spiel das Genre des Rätselns völlig neu definiert. MicroMacro: Crime City von Pegasus Spiele/Spielwiese hat genau das geschafft und eine sehr unterhaltsame Art der Detektivarbeit erfunden. Nach mehrfachen Empfehlungen aus dem Kolleginnenkreis hat sich das Spiel schnell zu einer sehr willkommenen kreativen Pause in unserem Haus entwickelt. Die Auszeichnung zum „Spiel des Jahres 2021“ unterstreicht dabei nur, wie innovativ hier mit alten Konventionen gebrochen wird.


Storytelling in der vierten Dimension


Falls ihr das Spielkonzept noch nicht kennt: Stellt euch ein riesiges Wimmelbild vor, aber statt nur nach „Walter“ zu suchen, müsst ihr komplexe Mordfälle lösen. Anhand von Fragen arbeitet ihr euch Stück für Stück in der Geschichte zurück, bis der Fall aufgeklärt ist.


Spieleverpackung von MicroMacro: Crime City - Das innovative Wimmelbild-Detektivspiel

Während herkömmliche Wimmelbilder einen starren Moment einfrieren, bildet diese Karte die Zeit gleichzeitig ab. Das bedeutet: Ein und dieselbe Figur ist mehrfach auf dem Stadtplan zu finden und das an verschiedenen Orten zu verschiedenen Uhrzeiten. Das Opfer liegt vielleicht vor einer Eisdiele, doch wenige Zentimeter daneben sieht man dieselbe Person zehn Minuten früher, wie sie gerade eine dunkle Gasse betritt. Das Lösen der Fälle gleicht somit einer Wanderung durch die Zeit. Man rekonstruiert die Geschichte rückwärts, bis der entscheidende Moment der Tat oder das Motiv gefunden ist.



Eine ganze Stadt auf einem Blatt Papier


Das Herzstück des Erlebnisses ist ein riesiger, schwarz-weißer Stadtplan im Format 75 x 110 cm. Was auf den ersten Blick wie ein charmantes, wuseliges Chaos wirkt, entpuppt sich als ein Schauplatz zahlreicher Verbrechen. An jeder Ecke lauern Taschendiebe, Mörder sind auf der Flucht oder Beweismittel werden an unscheinbaren Orten entsorgt. Die Reduzierung auf Schwarz-Weiß-Zeichnungen ist dabei kein Zufall, sondern schärft den Fokus auf die winzigen, entscheidenden Details.


Riesiger schwarz-weißer Stadtplan von MicroMacro: Crime City im Format 75 x 110 cm.

Warum das Konzept so fesselnd ist


  • Der „Aha“-Effekt: Je mehr Fälle man löst, desto besser kennt man die Stadt. Man entdeckt „alte Bekannte“ und versteht plötzlich die Hintergründe von Figuren, die einem drei Fälle zuvor nur am Rande aufgefallen sind. Man sieht die Stadt mit ganz neuen Augen.

  • Kurzweilig & Flexibel: Ein Fall dauert oft nur 10 bis 30 Minuten. Es ist das perfekte Spiel für eine „kreative Pause“ oder ein schnelles Rätsel zwischendurch.

  • Kooperatives Erlebnis: Man beugt sich gemeinsam über die Karte. Jeder entdeckt mal hier, mal da ein Detail. Es ist Teamarbeit pur.


Wichtige Aspekte für ein gutes MicroMacro: Crime City-Spielerlebnis


Um das Potenzial von Crime City voll auszuschöpfen, haben sich in der Praxis einige Faktoren als besonders wichtig erwiesen:

  1. Gutes Licht ist Pflicht: Da die Details extrem winzig sind, braucht man einen sehr gut beleuchteten Tisch. Eine Lupe liegt dem Spiel zwar bei, aber eine helle Schreibtischlampe ist sehr empfehlenswert.

  2. Großer Platzbedarf: Die Karte ist riesig! Man braucht einen großen Esstisch, um sie ganz auszubreiten. Alternativ kann man sie auch an die Wand hängen.

  3. Themen für Erwachsene: Auch wenn der Grafikstil niedlich wirkt: Die Fälle behandeln Mord, Ehebruch und Intrigen. In der Fortsetzung „MicroMacro: Full House“ (die wir an rätselaffine Freunde mit Kindern verschenkt haben!) gibt es deshalb Symbole, die anzeigen, welche Fälle auch für jüngere Kinder geeignet sind.

  4. Einmal-Effekt: Wie bei den meisten Escape-Spielen kann man die Fälle nur einmal lösen, da man die Lösung dann kennt. Aber: Es wird kein Material zerschnitten oder zerstört, deswegen kann man es wunderbar an Freunde weitergeben!


Detailansicht eines Kriminalfalls in MicroMacro: Crime City mit einer Lupe zur Spurensuche.

Mein Fazit: MicroMacro (erhältlich unter anderem bei Amazon) ist eine absolute Empfehlung für alle, die schon als Kind Wimmelbilder geliebt haben, gerne kombinieren und ein Auge für Details haben. Wir haben bereits einen weiteren Teil "MicroMacro: All In" (ebenfalls erhältlich bei Amazon) im Schrank liegen und freuen uns auf weitere Ermittlungen.


Ein kleiner Bonus zum Schluss


Lösung des Burger-Verkäufer-Rätsels auf der Rückseite der MicroMacro: Crime City Spielebox.

Das fesselnde Konzept lässt sich bereits vor dem Kauf ausprobieren. Auf der Vorderseite der Spieleverpackung (siehe Abbildung oben) verbirgt sich der erste kleine Mordfall: Der Burger-Verkäufer wurde kaltblütig ermordet. Durch genaues Hinsehen lässt sich rekonstruieren, wer dahintersteckt und wie die Tat geschah. Zur Kontrolle der eigenen Theorie findet sich die Auflösung auf der Rückseite der Verpackung (im nebenstehenden Bild). Dieser kleine Vorgeschmack verdeutlicht schnell, wie hoch das Suchtpotenzial dieses besonderen Spielprinzips ist.

 
 
 

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